"Bescheuertes Computerspiel" wird Realität
Das Unterstufentheater des HSG präsentierte sein Erstlingswerk

 

 

"Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber ich wünschte, dass unsere Eltern wieder da wären..." heißt es im Theaterstück "Level 4 - Stadt der Kinder", das 19 Jugendliche der Unterstufe mit Studienrat Martin Lange nach einer Vorlage von Andreas Schlüter monatelang erarbeitet haben. Am Dienstag wurde das Erstlingswerk der Theatergruppe vor großem Publikum in der Aula aufgeführt. Sein Thema: Was geschähe, wenn alle Erwachsenen auf einmal verschwänden?

Das Stück beginnt ganz gemütlich. Die Mutter (Tatjana Rothenbücher) sitzt am Frühstückstisch. Sie beobachtet kopfschüttelnd den hektischen Aufbruch ihres Sohnes Ben (Dominique Dittert), der unbedingt noch vor der Schule ein Computerspiel von seinem besten Freund Frank (Linda Hillerich) erwerben muss. Doch zu Hause bemerkt er enttäuscht: "Das Spiel ist kaputt - total kaputt!" Eigentlich doch nicht ganz - denn plötzlich wird das Computerspiel Wirklichkeit, und alle Erwachsenen sind weg.

Das klingt zunächst wie ein wahr gewordener Traum, entpuppt sich aber als Albtraum. Denn es gibt nicht nur Ben und seine (vernünftigen) Freunde, sondern da sind auch der schlimme Kolja (Sebastian Jahn) und seine Gang. Die "Guten" um Ben versuchen, die Stadt zu retten - und damit möglichst viele Punkte zu sammeln - , die anderen sind darauf aus, sich zu bereichern und vieles zu zerstören. Kolja und seine Leute stecken Häuser in Brand, plündern Kaufhäuser und besetzen schließlich das Wasserwerk. Sie drehen den anderen flugs das Wasser ab, um die Herrschaft zu übernehmen. Während Tanja (Judith Krenz) mehr an die fehlenden Duschmöglichkeiten denkt, sorgt sich Maria (Melanie Fuchs) immerhin um die Tiere. Wie auch immer: Alle versuchen, sich den Herausforderungen zu stellen und den selbsternannten Präsidenten Kolja zu stürzen.

Damit ihm dies gelingt, müssen sie im "realen Computerspiel" in die vierte Ebene (Level 4) kommen. Tanja sagt: "Ein unangenehmer Nebeneffekt, aber ein notwendiges Übel" sei dabei, dass die Erwachsenen - und somit auch die Lehrer - zurückkehren werden. Sei`s drum. Kolja wird in eine Falle gelockt, wodurch der Weg in die letzte Ebene frei wird. Nachdem die tapferen Freunde so das Spiel endlich beendet haben, erwartet sie niemand anderer als Bens Mutter. Die interessiert sich nicht für die Erlebnisse der Kinder, sondern klagt über ihren "normalen" Haushaltsalltag, als wäre nichts gewesen. Franks Resümee: "Hat jemals ein Erwachsener einem Kind etwas geglaubt?"

Die Schüler aus den 6. und 7. Klassen lösten ihre Probleme, die sie ohne dieses "bescheuerte Computerspiel" nicht gehabt hätten, nahezu meisterhaft. Natürlich war da der ein oder andere Versprecher oder Patzer, einzelne Passagen waren etwas zu leise gesprochen, doch viele Szenen erhielten Zwischenapplaus, und am Ende gab es "standing ovations" aus der sehr gut gefüllten Aula des HSG. Die Requisiten waren spartanisch gewählt, mit originellen Klangeffekten sowie passender Hintergrundmusik unterstrich Björn Bartels die Handlung. Die Akteure und ihr Studienrat durften mit ihrem Erstlingsweg zufrieden sein und können sich mit Elan an neue Projekte heranwagen.

StR Lange

 

Bildergalerie zur Aufführung

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